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Haftpflichtdeckung für Flugmeeting Emmen ist ungenügend PDF Drucken E-Mail
Aktuelles
Geschrieben von: Mac Wijnands   
Mittwoch, 30. Juni 2010 um 06:22 Uhr
Das Forum Emmen hat die Haftplicht – Deckung des Flugmeetings von Emmen vom 24. und 25. Juli unter die Lupe genommen. Es hat festgestellt, dass auch der finanzielle Schutz der Emmer Bevölkerung nicht gewährleistet ist. Es erachtet die minimale Deckung von 10, bzw. 30 und 50 Mio Franken als massiv ungenügend.
 
Zu den Fakten:
  1. Das Flugunglück von Rammstein vom 28. August 1988 hat 70 Tote und über 1000 Verletzte gefordert. Die Kosten haben sich auf über 380 Mio Franken belaufen. Jahrzehntelang wurde prozessiert. Dabei wurden die Ansprüche der Geschädigten nur unzureichend abgegolten.
  2. Veranstalter des Flugmeetings in Emmen ist ein Verein 100 Jahre Luftfahrt in der Schweiz, Rothenring 22, 6015 Luzern und nicht der Aeroclub der Schweiz oder die Luftwaffe. Wir gehen davon aus, dass die Vereinsmitglieder nicht für die Verpflichtungen des Vereins haften.
  3. Die Weisung der Luftwaffe über die Teilnahme von Militärluftfahrzeugen an öffentlichen Flugveranstaltungen und besonderen Anlässen vom 26. Mai 2006 verlangt vom Veranstalter des Flugmeetings eine Versicherung, die die allfälligen Schadenansprüche anlässlich der Flugvorführung mit Flugzeugen der Schweizer Luftwaffe deckt.
  4. Der Flugplatz Emmen ist zu Dreiviertel von dichtbesiedeltem Gebiet umgeben. Die Formationsbildung- und Auflösung für die Flugschau erfolgt zwangsläufig über bewohntem Gebiet.
  5. Wie uns die SUVA gestern mitgeteilt hat, kostet ein Paraplegiker im Durchschnitt 1,4 Mio. Franken.
  6. Die von der AXA ausgestellte Haftpflichtversicherung vom 10. März 2010 deckt pro Schadenereignis folgende Personen- und Sachschäden:
    50'000'000     Patrouille Suisse, Breitling Jet Team, FA 18
    30'000'000      PC -7 Team und P3 – Flyers
    10'000'000      Restliche (zivile und militärische) Flugzeuge
  7. Herr Saugy von der AXA hat am Telephon bestätigt, dass die normale Luftfahrzeug–Haftpflicht Risikoflüge, wie Flugschauen, nicht deckt.
  8. Die Haftpflichtversicherung eines Bergführers beträgt 10'000'000 Franken und die eines jeden Autofahrers 100'000'000 Franken.
  9. Unklar ist nach wie vor, wer den Schaden über die 10'000'000 Franken bei einem Schadenereignis von Armeehelikoptern und zivilen Flugzeugen deckt. Trotz diversen Anfragen hat das Forum Emmen keine Antwort erhalten.
Schlussfolgerung:
 
  1. Die Luftwaffe lässt ihre Flugzeuge entgegen der klaren Bestimmung von Art. 10 und 18 der Weisung vom 26. Mai 2006 ohne genügende Versicherungsdeckung im Emmen fliegen.
  2. Die vom Gemeinderat Emmen mitgeteilte Haftungssumme von 90 Mio. Franken ist falsch, da die Versicherungsdeckungen nicht kumuliert werden dürfen. Des Weiteren irrt der Gemeinderat von Emmen bezüglich der Haftpflichtversicherung der teilnehmenden Flugzeuge. Im Regelfall ist das Haftungsrisiko bei Flugschauen EXPLIZIT AUSGESCHLOSSEN.
  3. Die abgeschlossene Haftpflichtversicherung ist eine Minimalversicherung und deckt in keinem Falle die Risiken des Flugmeetings. Es herrscht eine massive Unterdeckung. Ein Flugunfall mit einem Armee–Helikopter in eine Menschenmenge kostet bedeutend mehr als 10'000'000 Franken.
Forderung
 
Damit wenigstens finanziellen Risiken der Emmer Bevölkerung und Liegenschaftsbesitzer gedeckt sind fordert das Forum Emmen von den Veranstaltern eine vorbehaltlose Deckungssumme von mindestens CHF 400'000'000.--.
 
Sollte die AXA diese Deckungssumme nicht leisten können oder wollen, so ist sie auf dem internationalen Versicherungsmarkt (z.B. Lloyds) zu besorgen.
 
Beilagen: